Krippe

Unsere Sternschnüppchen

„Alles Erste bleibt ewig im Kinde; die erste Farbe, die erste Musik, die erste Blume. Alles malt den Urgrund des Lebens.“

(Jean Paul)

Alle Eindrücke, die das kleine Kind in diesem Alter sammelt, werden über die Sinnesorgane intensiv aufgenommen und individuell verwandelt. Während der Zeit bis zum 3. Lebensjahr, der wichtigsten Zeit im Leben eines Menschen, befindet sich das Kind in einem intensiven Wachstumsprozess. Nie mehr vermag es in so kurzer Zeit so viel zu lernen, wie in seinen ersten drei Lebensjahren. Es erwirbt die grundlegenden Fähigkeiten des Gehens, Sprechens und Denkens.

In diesen ersten Jahren braucht das kleine Kind deshalb vor allem Ruhe, Zeit und Sicherheit für notwendige Entwicklungsschritte.

In unserer Sternschnuppengruppe werden die Kleinsten im Alter von 12 Monaten bis 3 Jahre betreut. Die Gruppe besteht aus höchstens 10 Kindern und wird von 2 Erzieher*innen und einem BFDler betreut. Manchmal werden wir noch durch Berufs-Praktikant*innen in der Ausbildung unterstützt.

Unser Tag in der Sternschnuppengruppe

Unser Tagesablauf ist rhythmisch gegliedert. Durch die immer wiederkehrende zeitliche Abfolge, eingeleitet durch kleine Rituale, wie Lieder und Sprüche, gewinnt das Kind Sicherheit, die ihm hilft zu Vertrauen und sich in unserem Tagesablauf gut zurecht zu finden.

Unsere Sternschnuppenkinder kommen, ab 7:45 Uhr in unserer Garderobe an. Nach einer kurzen Übergabe und dem Verabschieden von Mama oder Papa an der Tür zum Gruppenraum, startet dann ihr Tag in unserer Krippe.

Die Zeit des Ankommens gestalten wir als erste Freispielzeit für die Kinder, in der sie in ihrem eigenen Tempo ankommen und den Tag nach eigenen Interessen und ohne Störung starten dürfen.

So können manche Kinder noch auf dem Schoss der Erzieher*innen kuscheln, andere haben bereits die Kugelbahn entdeckt und wieder andere dürfen mit einer Erzieher*in beispielsweise einen Apfel schneiden und auch schon probieren.

Diese Zeit endet gegen 8:20 Uhr und wir wünschen uns, dass bis dahin alle Kinder angekommen oder entschuldigt sind. Nachdem alle Holztiere im Stall, alle Schneckenbänder im Körbchen sind und der große Tisch für das gemeinsame Frühstück bereit steht, treffen wir uns, jedes Kind auf seinem eigenen Kissen, in unserem Morgenkreis. Dieser ist altersgerecht gestaltet und die Kinder erleben Lieder und Fingerspiele passend zur jeweiligen Jahreszeit.

Vom Morgenkreis ziehen wir an den Frühstückstisch und beginnen unser gemeinsames Frühstück. Jedes Kind frühstückt so lange, wie der Hunger groß ist.

Anschließend beginnt die Wickelzeit, bis alle Kinder sich danach angezogen im kleinen Krippengärtchen wieder treffen. Von dort aus wird in die Freispielzeit im Garten gestartet. Im hinteren Bereich des großen Gartens haben die Kinder die Möglichkeit selbstständig die Welt zu erkunden. Es werden erste Sandkuchen gebacken, die Krippenrutsche herunter gesaust oder in der Nestschaukel ausgeruht. An manchen Tagen unternehmen wir kleine Ausflüge mit unserem Krippenwagen, beispielsweise zum Meyerhof und dem dahinter liegenden Wäldchen.

Wieder in unserer Gruppe angekommen, sind alle schon hungrig und freuen sich auf unseren Mittags-Snack.

Eine weitere Pflegezeit mit wickeln und umziehen leitet die Mittagsruhe ein, in der es gemeinsam mit den Erzieher*innen zum Mittagsschlaf geht. Dort werden die Kinder individuell in den Schlaf begleitet, eine Erzieherin bleibt die ganze Zeit bei den Kindern.

Ab 13:30 Uhr werden die Kinder im Schlafraum, von den Eltern abgeholt und der Krippentag in unserer Sternschnuppengruppe endet um 13:45 Uhr.

Eingewöhnung

„Geborgenheit macht frei“

 (Bauzmann)

Den Grundstein einer vertrauensvollen Bindung legen wir in der Eingewöhnungszeit.

Bevor die Eingewöhnung in unserer Krippe startet, haben sich alle Beteiligten, also die Eltern, die Erzieher*innen und das Kind, bei den Informations- und Aufnahmegesprächen kennengelernt.

Ein Kind kann frühestens nach dem ersten Geburtstag starten. Jede Familie ist unterschiedlich, deshalb planen wir eine Zeitspanne von mindestens 4-6 Wochen.

Wir gewöhnen ganzjährig ein.

- Eingewöhnung bedeutet auch, ein neues Kind kommt in eine bereits bestehende Gruppe.

Das ist nicht nur für das neue Kind, sondern auch für die Anderen eine zunächst irritierende Situation. Wenn es möglich ist, richtet es so ein, dass euer Kind in der Eingewöhnungsphase von ein und derselben Bindungsperson in der Gruppe begleitet wird.

- Wir starten in der Draußenspielzeit am Vormittag.

Dies erinnert an eine Spielplatzsituation. Durch die weite Fläche im Garten fühlen sich die Kinder freier und kommen so, in der Regel schneller ins Spiel.

- Euer Kind braucht euch in dieser Zeit vor allem als „sicheren Hafen“.

Aus diesem Grund findet ihr einen festen Platz, wo euer Kind so lange bei euch sein kann, wie es für das Umschauen benötigt. Es kann immer wieder zu euch kommen, sich ausruhen oder trösten lassen und eure Nähe spüren. Die Erzieher*in ist in dieser Zeit in der Nähre eures Kindes, beobachtet sein Spiel und seine Entdeckungen. Nach und nach wird sie Kontakt aufnehmen und eine Bindung aufbauen.

- Rituale sind ein bedeutender Bestandteil der Eingewöhnung.

Für Kinder in diesem Alter ist ein Rhythmus oder ein Ritual das sich immer wiederholt, noch wichtiger als im späteren Alter. Die Sicherheit die diese Vorhersehbarkeit gibt, ermöglicht es dem Kind sich vertrauend der Welt zuzuwenden. Aus diesem Grund ist ein festes Abschiedsritual wichtig. Auch beim Wiederkommen darf das Begrüßen des Kindes nicht vergessen werden. Ein „Raus- und Reinschleichen“ ist nicht sinnvoll.

- Nach den ersten gelungenen Trennungen wird die Zeit in unserer Gruppe schrittweise erhöht. Gebt eurem Kind die Möglichkeit die Trennung zu verarbeiten.

Bald bleibt das Kind zum Mittagessen und wechselt danach in den Morgen. Es startet nun zur gleichen Zeit wie die restliche Gruppe.

- Der letzte Schritt der Eingewöhnung ist die Schlafenszeit.

Um gut in den Schlaf finden zu können, sollte zwischen dem Kind und der Erzieher*in eine vertrauensvolle Bindung entstanden sein. Erst wenn euer Kind vollständig in unserer Krippengruppe angekommen ist, gemeinsam und vertrauensvoll mit der Gruppe an den Mahlzeiten teilnimmt und sich satt und gestärkt aufmacht, den Raum und das Spielzeug zu erkunden, wird es auch den Mittagsschlaf unserer Gruppe verbringen können.